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Hier können Sie alle aktuelle Meldungen, Neuigkeiten und Wissenwertes über den Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e.V. nachlesen.

13. Januar 2021

BBMV begrüßt Empfehlungen des Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium hat kurz vor Weihnachten das mit Spannung erwartete Rechtsgutachten über „Stand und Weiterentwicklung der gesetzlichen Regelungen zu medizinischen Versorgungszentren (MVZ)“ vorgestellt.

Das von Herrn Prof. Dr. Andreas Ladurner, Frau Prof. Dr. Ute Walter und Frau Prof. Dr. Beate Jochimsen gemeinsam erstellte Gutachten betrachtet umfassend die Entwicklung und den status quo der medizinischen Versorgung durch MVZ in Deutschland. Zugleich machen die Gutachter konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens von MVZ.

 

 

„Als BBMV begrüßen wir die Ergebnisse und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Rechtsrahmens für MVZ sehr und freuen uns über die wohltuende Sachlichkeit, mit der die Gutachter nüchtern und faktenbasiert die Entwicklung und den status quo der medizinischen Versorgung durch MVZ analysieren Die Empfehlungen an das Bundesgesundheitsministerium stammen aus der Betrachtung der Realität und stellen einen dringend benötigten Perspektivenwechsel, zu den ansonsten meist interessensgeleiteten Vorschlägen, in der Diskussion über die Zukunft der MVZ dar“, erklärt Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV.

 

Hervorzuheben ist vor allem, dass die Gutachter zu dem Ergebnis gelangen, dass die Behauptung, von MVZ mit Kapitalbeteiligung ginge eine Gefahr für die Patientenversorgung aus, sich nicht bestätigen lässt. „Diese Feststellung kommt selbstverständlich nicht überraschend. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine vom BBMV in Auftrag gegebene Untersuchung beim Institut für Gesundheitsökonomik, wonach die Trägerschaft unerheblich für die Versorgungsqualität und Mitarbeiterzufriedenheit im MVZ ist – wäre dem nicht so, dann ließe sich in den 17 Jahren seit Einführung der MVZ dies längst feststellen.“, so Stauch-Eckmann weiter.

 

Zu Recht raten die Gutachter daher vor weiteren regionalen und fachlichen Einschränkung der Gründungsmöglichkeiten von MVZ durch zugelassene Krankenhäuser ab. Bereits im Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im Jahr 2019 wurden diese Vorschläge mit Verweis auf die negativen Auswirkungen auf die Patientenversorgung und die Gefahr einer Bevorzugung bestimmter Krankenhausgruppen verworfen. „Damit sollte diese Diskussion in Zukunft vom Tisch sein und Platz für die zweckdienlichen Vorschläge machen, die die Gutachter vorlegen“, schlussfolgert Stauch-Eckmann.



16. Dezember 2020

Versorgungsqualität als Erfolgsfaktor

Digitale Veranstaltung des BBMV e.V.

Medizinische Versorgungszentren sind eine Erfolgsgeschichte. Seit der Einführung der MVZ hat sich die Zahl der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden MVZ rasant entwickelt. Wurden Ende 2014 erst 70 MVZ gezählt, waren es Ende des letzten Jahres bereits 3.539 MVZ.

 

Schätzungsweise rund 10 Prozent der MVZ sind in Trägerschaft von Betreibern, die zur Finanzierung auch auf private Kapitalgeber zurückgreifen. Trotzdem ist gerade um diese MVZ mit Kapitalbeteiligung eine kritische Diskussion entbrannt, die im Kern die alte Frage nach dem Verhältnis von Ökonomie und ärztlicher Tätigkeit neu belebt.

 

Dabei werden aus Teilen der Politik und der verfassten Ärzteschaft zahlreiche Sorgen und Vorwürfe gegenüber MVZ mit Kapitalbeteiligung geäußert, die sich beim näheren Hinsehen als unhaltbar oder unbegründet entpuppen. Häufig wird eine geringere Versorgungsqualität aufgrund der Trägerschaft unterstellt, ein höherer ökonomischer Druck und eine renditegetriebene Therapie - schwere Vorwürfe gegenüber den MVZ-Betreibern und den dort tätigen Ärztinnen und Ärzte.

 

„Als BBMV wollen wir unseren Beitrag zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen“, erklärte Sibylle-Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV e.V. die Beweggründe für die Veranstaltung.

Aus diesem Grund wurde das Institut für Gesundheitsökonomik (ifG) um Herrn Prof. Dr. Neubauer beauftragt, die Erfolgsfaktoren von MVZ mit Kapitalbeteiligung in einem Gutachten zu untersuchen. Dabei haben Herr Prof. Neubauer und sein Team zum ersten Mal auch den Blick von Ärztinnen und Ärzten, sowie medizinischem Fachpersonal in MVZ mit Kapitalbeteiligung in ihre Untersuchung einbezogen und sie u.a. zu ihren Einschätzungen zur Freiberuflichkeit, des ökonomischen Drucks und der medizinischen Versorgungsqualität befragt.

 

Die Ergebnisse rücken die gängigen Behauptungen im Zusammenhang mit privaten Investoren im ambulanten Gesundheitssektor in ein neues Licht und öffnen die Sicht auf die Rolle von MVZ mit Kapitalbeteiligung für eine hochwertige, langfristige und flächendeckende Patientenversorgung.

Die Erfolgsgeschichte MVZ beruht dabei auch auf der Attraktivität als Arbeitgeber für Ärztinnen und Ärzte. Vor allem für junge Ärztinnen und Ärzte haben die tradierten Niederlassungsstrukturen an Attraktivität verloren. MVZ entlasten Ärztinnen und Ärzte von administrativen Aufgaben, dem Investitionsrisiko der Selbstständigkeit und bieten geregelte Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

 

Bericht aus der Praxis

Aber auch bei der immer öfter erfolglosen Suche nach einem Praxisnachfolger sind MVZ häufig das Auffangnetz, die die Praxen übernehmen und die Patientenversorgung langfristig sichern.

Wie eine solche Einbringung einer Praxis in eine MVZ-Gruppe abläuft, das berichtete Frau Dr. Susanne Gerhards, die aus ihrer Praxis in Essen zur Diskussion dazu geschaltet war. Seit dem 1. April 2020 ist die Praxis nun Teil der Medicover. Zuvor hat Frau Dr. Gerhards als niedergelassene Ärztin gemeinsam mit ihrem Kollegen 19 Jahre eine Gemeinschaftspraxis für Endokrinologie und Innere Medizin geführt. Mit dem nahenden Ruhestand des Kollegen begann die Suche nach einem Nachfolger. Nach 3-4 Jahren erfolgloser Suche, gingen die Ärzte auf das BBMV-Mitglied Medicover zu, insbesondere aufgrund des ausgezeichneten Rufes. 

 

An der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten hat sich nichts geändert, so Frau Dr. Gerhards. Lediglich das Schild an der Tür habe sich verändert. Dort ist nun „Zweigpraxis Essen / MVZ Medicover Köln“ zu lesen.

Eine Veränderung zum positiven sei aber bei der Entlastung administrativer Aufgaben und auch bei IT-Fragen zu spüren. Als die Praxis mitten in der Corona-Pandemie Teil der Medicover wurde, sei wenige Tage später schon die Spuckschutzwände aus Plexiglas eingetroffen. Einen höheren ökonomischen Druck verspüre sie nicht, immerhin sei sie als niedergelassene Ärztin auch Unternehmerin gewesen und hätte darauf achten müssen, dass sich die Praxis rechnet. Daran hat sich nach ihrem Dafürhalten nichts geändert.

Mit dieser Einschätzung ist Frau Dr. Gerhards nicht allein. Wie Prof. Dr. Neubauer bei der Präsentation der Ärztebefragung darstellte, gaben fast 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzte an, dass der ökonomische Druck in der selbstständigen Niederlassung größer sei, als bei der Anstellung im MVZ.

 

Besonders positiv bewerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung auch die ausüben des Arztberufes. So sieht eine Mehrheit sowohl die Therapiefreiheit besser im MVZ gesichert, als auch die Möglichkeit den eigenen Qualitätsanspruch zu verwirklichen. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt ebenfalls an, im MVZ sei mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten gegeben, als in der Einzelpraxis.

 

Aber nicht nur für Ärztinnen und Ärzte sind MVZ attraktiv, sondern auch für Patientinnen und Patienten. MVZ mit Kapitalbeteiligung investieren in hochqualifiziertes Personal, moderne Praxisausstattung und eine effiziente Verwaltung im Hintergrund. Das zahlt sich auch für die Patientinnen und Patienten aus: geringere Wartezeiten und eine bessere Ausstattung sorgt für eine hohe Patientenzufriedenheit, so das Fazit von Prof. Dr. Neubauer.

 

Politik-Talk

Den Politik-Talk eröffneten die Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß (CDU/CSU) und Dr.Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis90/Die Grünen) mit jeweils einem Statement.

Frau Dr. Kappert-Gonther zeigte sich als Fan der MVZ, vor allem wegen der Möglichkeit der fachübergreifenden Zusammenarbeit. Auch im ländlichen Raum hätten MVZ ein hohes Potential und seien daher ein fester Bestandteil beim Modell der Gesundheitsregionen von Bündnis90/Die Grünen.

Kritisch sah die Abgeordnete jedoch die Möglichkeit von Marktkonzentration. Sie setze sich für Trägervielfalt ein, dass bedeute aber auch, dass lokal verankerte Akteure gefördert werden müssen und nicht verdrängt werden dürften. Weiterhin setze sie sich für einen Abbau der Hindernisse für arztgetragene MVZ ein, etwa bei der Frage der Nachbesetzung.

Beim Thema Transparenz müsse gelten, dass diese absolut notwendig sei, aber nicht nur für eine Trägergruppe, sondern für alle MVZ. Damit grenzte sie sich von der Bundestagsfraktion der Linken ab, die einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht hatte.

 

Alexander Krauß von der Bundestagsfraktion der CDU/CSU begann seinen Impuls mit der Aussage, er freue sich über jeden Arzt, der sich niederlassen möchte – vor allem auch, weil dieser ein nicht unerhebliches Zeitvolumen in die Arbeit mitbringt. Die Realität sei aber zunehmend ein höherer Wunsch nach Work-Life Balance, die auch dazu führe, dass junge Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf lieber in einem Anstellungsverhältnis ausüben möchten. Diesen Wunsch müsse man akzeptieren und entsprechend handeln.

Bei der Diskussion um MVZ mit Kapitalbeteiligung könne er nicht feststellen, dass die Versorgungsqualität von der Trägerschaft abhänge, so Krauß. Im Gegenteil, sei es häufig so, dass bei privaten Einrichtungen bestimmte Prozesse optimaler ausgestaltet seien.

Die Diskussion sei auch stark interessengeleitet, um sich gegen die unliebsame Konkurrenz der MVZ mit Kapitalbeteiligung auf dem Gesundheitsmarkt durchzusetzen. Dabei werde gerne mit dem Bild des „bösen Kapitals“ gespielt. Beim Thema Monopolisierung müsse man genau hinsehen, diese seien nicht zu dulden. Bislang sehe er aber bei MVZ mit Kapitalbeteiligung diese noch nicht. In seinem Schlusswort rief der CDU-Abgeordnete zu mehr Rationalität in der Diskussion auf. Deswegen sei die vorliegende Untersuchung, insbesondere die Aufnahme der Erfahrung von Ärztinnen und Ärzten, auch wichtig.

 

Abschluss

Ihr sei klar, dass die Untersuchung des IfG nur ein erster Schritt sei und die Stichprobe der Befragung größer werden müsse, um ein breites repräsentatives Bild zu zeichnen. Hier sieht die BBMV-Vorsitzende einen Anknüpfungspunkt für die regelmäßigen Datenerhebungen der KBV, insbesondere beim ZI-MVZ-Panel.

Der ordnungspolitische Diskurs müsse am Ende vor allem den Patientinnen und Patienten dienen. Die Diskussion dürfe daher nicht stigmatisieren, sondern den Patientinnen und Patienten helfen, den für sie richtigen und geeigneten Arzt zu finden.

Die Zukunft der ambulanten Versorgung benötigt alle – vom niedergelassenen Arzt in der Einzelpraxis bis hin zur MVZ-Gruppe – nur gemeinsam lassen sich die anstehenden Veränderungen und Herausforderungen meistern, so die BBMV-Vorsitze zum Abschluss der Veranstaltung.

 

 

 

Das Gutachten können Sie auf unsere Homepage unter https://www.bbmv.de/positionen/ downloaden.



16. September 2020

BBMV Mitgliederversammlung wählt Dr. Kristian Koch zum 2. Stellvertretenden Vorsitzenden

Auf der 3. Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren wurde Dr. Kristian Koch einstimmig zum zweiten Stellvertretenden Vorsitzenden des BBMV gewählt.

 

Dr. Kristian Koch ist Strategy and New Business Director bei der Medicover Gruppe. Er ist Diplom-Volkswirt und promovierte an der Universität Mannheim zu Integrierten Versorgungsformen in der GKV. Er ist seit 2004 in verschiedenen Funktionen im Gesundheitswesen auf Industrie-, Dienstleister- und Leistungserbringerseite tätig. Im Vorstand bringt er die Perspektive von Medicover als ambulanten Versorger mit einem breiten Spektrum an Fachrichtungen sowie den internationalen Blickwinkel bezüglich der Vielfalt möglicher Versorgungsstrukturen ein.  



20. August 2020

Versorgungsqualität in den Fokus rücken

Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel zu Besuch im MVZ OSG Düsseldorf

Im Rahmen der Sommertour des BBMV e.V. besuchte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel das MVZ Augenzentrum Düsseldorf des BBMV-Mitglieds Ober Scharrer Gruppe GmbH.

 

Neben einer Besichtigung des MVZ, inklusive des OP-Bereichs, lag der Fokus des Gesprächs mit Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV e.V. auf der Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität und wie die ärztliche Unabhängigkeit in medizinischen Fragen dazu beiträgt. Der Ärztliche Leiter des MVZ Düsseldorf der OSG, Herr Dr. med. Elmar Winsauer erklärte den Arbeitsalltag im MVZ und welche Vorteile er für sich und allgemein für junge Ärztinnen und Ärzte sieht.

 

In der politischen Diskussion zur Zukunft der ambulanten Gesundheitsversorgung geht es zu selten um die konkrete Versorgungsqualität. Dabei muss gerade diese die wichtigste Leitlinie für alle Teilnehmer an der vertragsärztlichen Versorgung sein.

 

Die BBMV-Vorsitzende legte dar, dass alle Mitglieder des BBMV e.V. viel Wert auf hohe Qualitätsstandards, der Einhaltung strenger Compliance-Regeln und die Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfeldes für die angestellten Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal legen. Denn nur eine hohe Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit führt zu einem langfristigen und erfolgreichen Geschäftsmodell.



Medicover
Hauer

12. August 2020

Langfristige Versorgungssicherheit durch Praxisübernahme

Essener-Bundestagsabgeordnete zu Besuch in der endokrinologischen Praxis des BBMV-Mitglieds Medicover in Essen

Der demografische Wandel macht auch vor der Ärzteschaft nicht halt. Fast ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung sind über 60 Jahre. Damit stellt sich früher als später die Frage nach der Praxisnachfolge.

 

Dabei bleibt die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger häufig ohne Erfolg. Wesentlicher Grund sind die gewandelten Erwartungen der jungen Ärzteschaft an die ärztliche Berufsausübung. Eine freiberufliche Tätigkeit als niedergelassener Arzt erscheint vielen wenig attraktiv: hohe bürokratische Auflagen, Dokumentationspflichten und nicht-ärztliche Tätigkeiten und eine schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Frage nach der Finanzierung der Übernahme spielt eine Rolle, insbesondere bei größeren Praxiseinheiten.

 

MVZ können die drohende Lücke in der ambulanten Versorgung schließen und Kontinuität sicherstellen. Sie übernehmen (auch größere) Praxen, die keinen Nachfolger finden, investieren in moderne Ausstattung und Medizintechnik und betreiben die Praxis mit angestellten Ärzten weiter.

 

Wie sich eine solche Übernahme in der Praxis gestaltet, darüber konnten sich die Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut, MdB und Matthias Hauer, MdB bei einem Besuch der endokrinologischen Praxis in Essen ein Bild machen.

 

Die Praxis von Herrn Dr. med. Lederbogen und Frau Dr. med. Gerhards ist erst seit April 2020 Teil der Medicover-Familie. Dem war eine zweijährige Suche nach einem Nachfolger ohne Erfolg zuvor gegangen. Man habe sich lange bezüglich einer Nachfolgeregelung umgehört. Der gute Ruf von Medicover und die Entlastung von nicht-ärztlichen Tätigkeiten haben letztendlich den Ausschlag gegeben.

 

Mit der Übernahme habe sich im Alltag der Praxis und bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten nichts geändert. Die Vorzüge, Teil eines größeren Netzwerkes zu sein und auf bestehende Strukturen zurückgreifen zu können, sind laut Dr. Lederbogen aber sofort deutlich geworden.

 

 „Wir sind Anfang April Teil der Medicover geworden. Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht ganz trocken, da haben wir von Medicover bereits eine Corona-Schutzwand aus Plexiglas für den Empfang der Praxis erhalten. Auch in anderen Bereichen ist es sehr entlastend, auf etablierte Strukturen zurückgreifen zu können, sei es bei den immer höheren Anforderungen im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit, Infektionsschutz oder Personalmanagement.“, legte Dr. Lederbogen die Motivation für den Verkauf der Praxis an Medicover da. Man könne sich nun ganz den Patientinnen und Patienten widmen. Diese bekommen von dem Inhaberwechsel gar nichts mit, gleiche Gesichter, gleiche Lage - nur das neue Klingelschild ist der ein oder anderen aufgefallen.

 

Um die Nachfolgeproblematik allerdings langfristig zu lösen, muss grundsätzlich etwas bei der Nachwuchsgewinnung und vor allem der Weiterbildung passieren. Dieses deutliche Petitum formulierte Dr. Bernard Frieling, Kaufmännischer Leiter der Medicover in den Gesprächen mit dem Bundestagsabgeordneten. Die Ausbildung bestimmter Fachgruppen müsse aus dem Krankenhaus in den ambulanten Bereich überführt werden, wo die jungen Ärztinnen und Ärzte danach auch tatsächlich arbeiten würden. Dazu muss aber die Möglichkeit der Ausbildung im ambulanten Bereich vereinfacht, Genehmigungen durch die Ärztekammern schneller bewilligt und die Vergütung entsprechend angepasst werden. Gerade größere Strukturen wie MVZ-Gruppen leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses und tragen so auch zur Stabilität der Gesundheitsversorgung bei.



29. Juli 2020

Ländliche Versorgung braucht Trägervielfalt

BBMV setzt Gespräche mit Bundestagsabgeordneten in Aalen fort

Zu einem Gespräch über die Herausforderungen der ambulanten Gesundheitsversorgung in Deutschland und der Region traf sich die Vorsitzende des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV), Sibylle Stauch-Eckmann, am Mittwoch den 29. Juli 2020 im augenärztlichen MVZ der Ober Scharrer Gruppe mit den Bundestagsabgeordneten der Region Aalen-Heidenheim, Frau Leni Breymaier, MdB und Herrn Roderich Kiesewetter, MdB.

 

In beiden Gesprächen stand der Beitrag, den MVZ bei der haus- und fachärztlichen Versorgung in ländlichen Räumen leisten können im Mittelpunkt. Das Modell des niedergelassenen Arztes verliert bei jungen Ärztinnen und Ärzten zusehends an Attraktivität. MVZ schaffen mit Rotations- und Teilzeitmodellen sowie Aus- und Weiterbildungsprogrammen attraktive Optionen, dank denen es gelingt – trotz immer längerer Zeiten des Suchens – ärztliches Fachpersonal für die ländliche Versorgung zu gewinnen.

 

Zukünftig werden digitale Konzepte einen deutlich höheren Stellenwert bei der Versorgung in ländlichen Regionen einnehmen. Dank App lassen sich heute beispielsweise in der Augenheilkunde oder Dermatologie erste Untersuchungen digital durchführen. Dieser Weg muss von Seiten der Politik und der Selbstverwaltung aktiv gestützt werden statt auf die Bremse zu treten. Dazu gehört auch eine angemessene Vergütung solcher digitalen Gesundheitsleistungen.

 

In beiden Fällen tragen MVZ-Betreiber mit Kapitalbeteiligung zur einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. In den Gesprächen machte Frau Stauch-Eckmann auch deutlich, dass nur ein langfristig auf das Patientenwohl ausgelegtes Geschäftsmodell erfolgreich sein kann. Vorwürfe eines renditegetriebenen Geschäftsmodells gehen in der haus- und fachärztlichen Versorgung an der Realität vorbei.

 

Wichtig, so die Vorsitzende des BBMV, seien deswegen klare Regeln für alle Teilnehmer an der vertragsärztlichen Versorgung und eine stärkere Fokussierung auf die Versorgungsqualität. Hier können fachärztliche MVZ durch die Spezialisierung der angestellten Ärztinnen und Ärzte eine qualitative hochwertige und gleichzeitig breitgefächerte Versorgung anbieten. 



Frau Stauch-Eckmann im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Weiler

14. Juli 2020

Fachärztliche Versorgung auf dem Land durch MVZ

Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Albert H. Weiler in Rudolstadt

Die Sicherung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist eine der großen Zukunftsherausforderungen in Deutschland. Wenn ein Arzt in den Ruhestand geht, findet er viel zu oft keine Nachfolgerin oder Nachfolger und eine Praxisschließung droht.

 

Eine Möglichkeit die fachärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern sind Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Davon machte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler auf Einladung des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) bei einem Besuch in Rudolstadt persönlich ein Bild.

 

„In der Politik ist das Problem des Ärztemangels schon seit langem bekannt, aber für meinen Geschmack passiert hier zu wenig. Wir brauchen mehr und bessere Anreize, um junge Ärztinnen und Ärzte davon zu überzeugen, dass es keinen Karriereknick bedeutet aufs Land zu ziehen. Hier müssen wir auch neue Modelle ausprobieren und fördern, wo diese gut funktionieren.“

 

Die Praxis in Rudolstadt gehört zu einem MVZ mit Hauptsitz in Münchberg und wird von der Ober Scharrer Gruppe (OSG) betrieben. Das Konzept dahinter erklärt die Vorsitzende des BBMV und Geschäftsführerin der OSG, Sibylle Stauch-Eckmann beim Gespräch:

 

Wir haben die Praxis vor einigen Jahren übernommen, weil sich kein Nachfolger gefunden hatte. Wir arbeiten deswegen unter anderem gerne im Rotationssystem. Man muss ich unser MVZ wie ein kleines Netzwerk vorstellen: In Münchberg haben wir den Hauptsitz mit insgesamt 9 Ärztinnen und Ärzten. Daneben betreiben wir kleinere, konservative Praxen in Schleiz, Bad Steben, Wunsiedel, Marktredwitz und eben Rudolstadt, wo wir auch ambulante Operationen durchführen. Wenn jemand in Rudolstadt zum Beispiel am Grauen Star operiert werden muss, dann ist dies durch unsere Ärzte auch Vorort möglich. Dadurch entfallen lange Anfahrtszeiten für die Patienten und trotzdem ist gesichert, dass ein spezialisierter Facharzt mit dem nötigen Wissen, Können und vor allem auch Routine die Operation durchführt.

 

Aber selbst bei einem solchen Modell sei es nicht immer einfach junge Fachärztinnen und –ärzte zu finden. Zwar ist die Arbeit als angestellt Beschäftigte in einem MVZ generell für viele Ärztinnen und Ärzte attraktiv. Dort können sie sich ganz auf die medizinische Tätigkeit konzentrieren und werden von einer gut organisierten Verwaltung im Hintergrund von bürokratischen Lasten befreit. Trotzdem müssen gerade in ländlichen Raum die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur stimmen:

Die Zukunft des Arztberufs ist viel digitaler als es sich heute die meisten vorstellen können. Als Ober Scharrer Gruppe haben wir bereits Pilotprojekte, bei denen per Videokonferenz und Smartphone bestimmte Augenuntersuchungen aus der Ferne besprochen werden können. Das geht aber natürlich nur dann, wenn sowohl beim Patienten, als auch in der Praxis der entsprechende Internetzugang gesichert ist.“, so Stauch-Eckmann.

 

Herr Weiler sicherte zu, dass das Thema bei ihm auf der Agenda stehe und er sich nicht nur als Abgeordneter in Berlin, sondern auch als Bürgermeister dafür einsetze, dass die Rahmenbedingungen und Infrastruktur – vom Internet, bis zur Kinderbetreuung – in der Region attraktiv sei und die Entscheidung für das Land auch jungen Ärztinnen und Ärzte dann einfacher fallen würde.



26. Mai 2020

Arzttermine nicht weiter aufschieben

Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen aus Sorge vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 Termine bei Haus- und Fachärzten aufgeschoben. Politik und Verbände rufen Patientinnen und Patienten dazu auf, Untersuchungen und Behandlungen nicht weiter aufzuschieben, da dadurch eine frühzeitige Diagnose und Heilungschancen gefährdet werden könnten.

 

Dazu erklärt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren, Sibylle Stauch-Eckmann:


Auch wir haben die Verunsicherung vieler Patientinnen und Patienten während der Krise gemerkt. Termine und Behandlungen wurden abgesagt oder verschoben. Trotzdem haben unsere Mitglieder ihre Praxen in dieser Zeit offengehalten und die haus- und fachärztliche Versorgung der Patientinnen und Patienten gesichert. Wir schließen uns dem Aufruf aus Politik und Ärzteschaft an, die aufgeschobenen Termine nun wahrzunehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung erhöht bei vielen Krankheitsbildern eine erfolgreiche Behandlung."



11. Mai 2020

Bundesagentur für Arbeit bessert bei Kurzarbeitergeld nach

Nach Protesten des BBMV und zahlreicher weiterer Verbände, gegen den generellen Ausschluss vom Kurzarbeitergeld für Beschäftigte in Praxen, hat die Bundesagentur für Arbeite ihre Weisung revidiert.

 

Angesichts der neuen Informationen hat die BA eine gesamthafte Bewertung der Regeln zum Kurzarbeitergeld im Gesundheitswesen vorgenommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass Leistungserbringer im Gesundheitswesen – darunter auch medizinische Gesundheitszentren – grundsätzlich Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben.

 

Dazu erklärt der Stellv. Vorsitzende des BBMV, Dr. Schayan-Araghi:

 

Das die Bundesagentur für Arbeit so schnell ihre Weisung korrigiert ist ein gutes Zeichen und sorgt für mehr Planungssicherheit in den Praxen. Wichtig ist jetzt, dass auch die Kassenärztlichen Vereinigung klar machen, wie sie die Ausgleichszahlungen bei Honorarverlusten ausgestalten wollen. Bislang sind hier nur die KV Sachsen-Anhalt und Thüringen aktiv geworden.



26. April 2020

BBMV fordert Klarstellung zu Kurzarbeitergeld

Die Covid-19 Pandemie hat in der ambulanten Gesundheitsversorgung zu spürbaren Rückgängen der Patientenzahlen geführt. Untersuchungen, Behandlungen und Operationen werden abgesagt oder verschoben. Einige Praxen haben deshalb Kurzarbeit angemeldet. 

 

In einer Anweisung vom 15. April hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) Praxen nun grundsätzlich von der Beantragung von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen. Dabei beruft sie sich auf die Möglichkeit der Praxen, Ausgleichszahlungen aus dem Krankenhausentlastungsgesetz zu erhalten. § 87a Abs. 3b SGB V (neu) sieht Ausgleichzahlungen für einen Rückgang in der extrabudgetären Vergütung (EGV), deren Auszahlung im Ermessen der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) liegen. § 87b Abs. 2 SGB V (neu) Ausgleichszahlungen für den Rückgang in der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) vor.

 

Dazu erklären die BBMV-Vorsitzende Sibylle Stauch-Eckmann und der Stellv. BBMv-Vorsitzende Dr. med. Kaweh Schayan-Araghi folgendes:

 

Stauch-Eckmann: „Die Verunsicherung bei vielen Praxen ist groß. Es ist nicht klar, welche Hilfsmaßnahmen für uns gelten und wann diese greifen. Der grundsätzliche Ausschluss vom Kurzarbeitergeld ist insbesondere für Fachärzte problematisch. Denn bei ihnen setzt sich das Gesamthonorar zu weit mehr als einem Drittel aus EGV-Leistungen zusammen. Das gilt zum Beispiel für Augenärzte, Hautärzte, Gynäkologen, Gastroenterologen, Hämato- und Onkologen. Aktuell fahren wir auf Sicht. Bislang ist der Ausgleich des Einnahmeverlusts nicht berechenbar, denn die KV haben bislang noch keine Informationen veröffentlicht, wie sie bei den Ausgleichzahlungen verfahren wollen. Und die Ausgleichszahlungen der MGV-Leistungen werden bei weitem nicht ausreichen, um den beabsichtigten Schutz vor negativen Effekten der Corona-Krise zu erzielen. Um eine flächendeckende fachärztliche Versorgung auch nach der Krise zu sichern, wäre eine Klarstellung nötig, dass sich für den ambulanten Bereich Krankenhausentlastungsgesetz und Kurzarbeitergeld nicht ausschließen dürfen. Damit würde mehr Planungssicherheit herrschen – und mehr fordern wir in diesen unsicheren Zeiten nicht.

 

Die Ausgleichszahlungen der MGV-Leistungen reichen bei weitem nicht aus, um den beabsichtigten Schutz vor negativen Effekten der Corona-Krise zu erzielen. Um eine flächendeckende fachärztliche Versorgung auch nach der Krise zu sichern, wäre eine Klarstellung nötig, dass sich für den ambulanten Bereich Krankenhausentlastungsgesetz und Kurzarbeitergeld nicht ausschließen dürfen.



15. April 2020

Wir sichern auch in Krisenzeiten die ambulante Versorgung

Aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie sagen viele Patienten Termine zu Vorsorge- und Routineuntersuchungen ab. Auch ambulante Operationen und Behandlungen werden verschoben. Der Patientenrückgang führt bei vielen Haus- und Fachärzten zu Einkommensausfällen. Die Bundesregierung hat bereits mit einem Schutzschirm für vertragsärztliche Leistungserbringer gespannt. Trotzdem wird in den Medien immer häufiger von Praxisschließungen aufgrund zurückgegangener Patientenzahlen berichtet. Nicht wenige Kollegen schließen die Praxen aus Sorge vor Ansteckung von sich aus und verlängerten die Osterferien.

 

Dazu erklärt die Vorsitzende des Bundesverbandes Betreiber medizinscher Versorgungszentren (BBMV), Sibylle Stauch-Eckmann:

Unsere Mitglieder sichern auch in Krisenzeiten die haus- und fachärztliche Versorgung. Unsere Mitgliedsunternehmen kommen der Verantwortung gegenüber ihren Patientinnen und Patienten nach und halten trotz der geringen Auslastung ihre MVZ und Zweigpraxen offen und sind für die Patientinnen und Patienten an unseren Standorten da. In Hamburg und Berlin betreiben Mitgliedsunternehmen sogar „Corona-Praxen“. Dabei profitieren unsere Patientinnen und Patienten insgesamt von unseren Netzwerken innerhalb der MVZ-Gruppe, sodass niemand ohne eine haus- oder fachärztliche Behandlung während der Corona-Krise bleiben muss“.

 

Der Bundesverband der Betreiber medizinscher Versorgungszentren (BBMV) ist ein Zusammenschluss von sieben MVZ-Gruppen aus dem haus- und fachärztlichen Bereich, u.a. der Augenheilkunde, Radiologie, Dermatologie und Onkologie. Sie tragen mit Standorten in über 150 Städten und Gemeinden wesentlich zur flächendeckenden ambulanten Versorgung bei.