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Hier können Sie alle aktuelle Meldungen, Neuigkeiten und Wissenwertes über den Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e.V. nachlesen.

Tino Sorge MdB im Gespräch mit Chefarzt Stefan Schütze und Therapieleiterin Udine Semper
Tino Sorge MdB im Gespräch mit Chefarzt Stefan Schütze und Therapieleiterin Udine Semper
v.l.n.r.: Gernot Nahrung (Geschäftsführer BBMV), Bürgermeister Sven Hause, Tino Sorge MdB und Dr. Kristian Koch (Geschäftsführer Saale-Krankenhaus und stellv. Vorsitzender BBMV)
v.l.n.r.: Gernot Nahrung (Geschäftsführer BBMV), Bürgermeister Sven Hause, Tino Sorge MdB und Dr. Kristian Koch (Geschäftsführer Saale-Krankenhaus und stellv. Vorsitzender BBMV)

20. Juli 2021

Bundestagsabgeordneter Tino Sorge und Calbenser Bürgermeister Sven Hause zu Besuch im Saale-Krankenhaus Calbe

Der CDU-Politiker sprach mit der Krankenhausleitung und Vertretern des BBMV über die Herausforderungen der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und die Digitalisierung.

 

Die Herausforderungen der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und die Digitalisierung im Gesundheitswesen standen im Mittepunkt des Besuchs des CDU-Bundestagsabgeordneten Tino Sorge und des Calbenser Bürgermeisters Sven Hause im Saale-Krankenhaus Calbe. „Es waren sehr gute Gespräche. Unser Ziel ist es, die Digitalisierung in unserem Haus voranzutreiben. Dabei haben wir verschiedene Möglichkeiten erörtert – von der Digitalisierung von Kernprozessen in der Behandlung, Dokumentation bis hin zu Möglichkeiten der Telemedizin“, resümierte Dr. Kristian Koch, Geschäftsführer im Saale-Krankenhaus Calbe.

Seit Mai dieses Jahres gehört das Saale-Krankenhaus Calbe zur Medicover-Gruppe. „Es war Tino Sorges erster Besuch im Haus nach dem Eigentümerwechsel – wir haben die Gelegenheit genutzt, um Medicover und unsere Strategie für das Saale-Krankenhaus Calbe vorzustellen“, sagte Kristian Koch.

Ein Schwerpunkt im Saale-Krankenhaus Calbe ist und bleibt die Geriatrie (Altersmedizin). Bei einem Rundgang durch das Krankenhaus erklärten Chefarzt Stefan Schütze, Therapieleiterin Undine Semper sowie Pflegedienstleiterin Jana Philipp das geriatrische Konzept und gaben Einblicke in den Alltag auf den geriatrischen Stationen. „Die Geriatrie ist ein wichtiger Standortfaktor“, betonte Tino Sorge, der Ordentliches Mitglied im Gesundheits-Ausschuss des Bundestags ist. Der Calbenser Bürgermeister Sven Hause ergänzte: „Das Krankenhaus ist ein sehr wichtiger Standortvorteil unserer Stadt, den wir alle zusammen für die Zukunft erhalten möchten.“

Als Mitglied des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) e.V. ging es neben den Gesprächen zur stationären Versorgung im Salzlandkreis durch das Saale-Krankenhaus Calbe auch allgemein über die Rolle medizinischer Versorgungszentren (MVZ) bei der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung im ländlichen Raum.



Dr. Kaweh Schayan (stellv. Vorsitzender BBMV)) im Gespräch mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB und Dr. Lutz Bauer, ärztl. Leiter des MVZ
Dr. Kaweh Schayan (stellv. Vorsitzender BBMV)) im Gespräch mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB und Dr. Lutz Bauer, ärztl. Leiter des MVZ

8. Juli 2021

"Den gesellschaftlichen Wandel spüren wir auch in der Augenheilkunde"

Bremer Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Kappert-Gonther (B90/Grüne) besichtigt AugenZentrumBauer in Bremen-Horn.

 

Der medizinische Fortschritt in der Augenheilkunde und die Arbeitsweise in einem augenärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) standen im Fokus des Besuches der Bundestagsabgeordneten und Grünen-Gesundheitsexpertin Dr. Kirsten Kappert-Gonther im AugenZentrumBauer in der Leher Heerstraße.

 

Auf vier Etagen dreht sich im AugenZentrumBauer alles um das menschliche Auge. Insgesamt 8 Augenärztinnen und Ärzte kümmern sich von der konventionellen Augenheilkunde bis hin zur ambulanten Operation um die Patientinnen und Patienten.

Das AugenZentrumBauer ist Teil der Artemis Augenkliniken, ein bundesweiter Betreiber Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) in der Augenheilkunde. MVZ sind eine vergleichsweise neue Praxisform. „Der größte Unterschied zu einer Einzelpraxis ist die Arbeitsteilung in einem MVZ“, erklärt Dr. Kaweh Schayan-Araghi, Direktor und Gründer der Artemis Augenkliniken. „Unsere Ärztinnen und Ärzte sind in der Regel angestellt tätig, werden von der zunehmenden Bürokratie von Verwaltungsmitarbeiterinnen befreit und können sich so auf die medizinische Arbeit an den Patientinnen und Patienten konzentrieren.“

Das MVZ in Zukunft eine wichtige Rolle in der ambulanten Gesundheitsversorgung spielen werden, ist sich auch Dr. Kappert-Gonther sicher.

 

Das MVZ entspricht damit auch den gewandelten Erwartungen an den Arztberuf der jüngeren Generation. Der Wunsch nach mehr work-life balance ist in der Generation hoch. Aber auch zunehmende Bürokratie und hohe Investitionskosten schrecken junge Ärztinnen und Ärzte davon ab, sich mit einer Praxis selbstständig zu machen.

 

„Den gesellschaftlichen Wandel, zum Beispiel den Wunsch nach besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den spüren wir auch in der Augenheilkunde“, so Dr. Lutz Bauer. „In Summe führt das aber dazu, dass die Nachfolgesuche mit Blick auf den Ruhestand sehr schwierig war, vor allem für größere Gemeinschaftspraxen wie die unsere.“

MVZ-Gruppen springen in solchen Fällen häufig ein. Sie übernehmen die Praxis und sichern die Versorgung, in dem sie Ärztinnen und Ärzte vor Ort einstellen. Zur Finanzierung der Investitionen, die bei Übernahme nicht selten mehrere hunderttausenden Euros betragen, greifen MVZ-Gruppen wie Artemis Augenkliniken auf private Kapitalgeber zurück.

 

„Wichtig ist, dass unabhängig von Trägerschaft und Finanzierung die Versorgung der Patientinnen und Patienten an erster Stelle steht“, so die Bundestagsabgeordnete Dr. Kappert-Gonther. 



v.l.nr.: Sibylle Stauch-Eckmann (Vorsitzende BBMV), Dr. Dr. med. Majid Eftekharzadeh und Bundestagsabgeordnete Claudia Moll
v.l.nr.: Sibylle Stauch-Eckmann (Vorsitzende BBMV), Dr. Dr. med. Majid Eftekharzadeh und Bundestagsabgeordnete Claudia Moll

1. Juli 2021

Claudia Moll, MdB besichtigt augenärztliche Zweigpraxis in Baesweiler

Wahlkreistermin mit Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzenden des BBMV und Dr. Majid Eftekharzadeh

 

Der demografische und gesellschaftliche Wandel macht auch nicht vor der Ärzteschaft halt. Im bundesweiten Durchschnitt sind Ärztinnen und Ärzte 54,2 Jahre alt. Wie Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigen, liegt das Durchschnittsalter der Augenärztinnen und -ärzte bei 52,7 Jahren, über ein Viertel (28,5 Prozent) sind sogar 60 Jahre und älter.

 

Es wird also dringend Nachwuchs gesucht – vor allem in ländlichen Regionen. Für viele junge Ärztinnen und Ärzte hat eine selbstständige Niederlassung jedoch an Attraktivität verloren: lange Arbeitszeiten und wenig Zeit für die Familie, hohe Investitionskosten und wachsende bürokratische Hürden schrecken ab. Viele Ärztinnen und Ärzte die in den Ruhestand treten finden deshalb schon heute keine Nachfolge für ihre Praxis. Hier springen zunehmend MVZ ein. Sie übernehmen die Praxis, investieren in eine moderne Ausstattung sowie qualifiziertes Personal und führen diese als Zweigpraxis weiter.

 

Eine solche Zukunftsinvestition erfolgte auch in Baesweiler. Die Ober Scharrer Gruppe, die Trägergesellschaft des MVZ in Jülich, übernahm die Praxis in Baesweiler, nach dem der vorherige Inhaber in den Ruhestand ging.

Im April 2021 bezog die Augenarztpraxis einen Neubau am Carl-Alexander Platz, wodurch nun den Patientinnen und Patienten ein barrierefreier Zugang gewährleistet werden kann. Auch in modernste augenärztliche Untersuchungsgeräte wurde investiert. Davon sollte sich auch die Gesundheitspolitikerin und Bundestagsabgeordnete für Baesweiler Claudia Moll (SPD) überzeugen.

 

„Durch den Umzug in die neuen Räumlichkeiten können wir nicht nur die medizinische Versorgung weiterhin gewährleisten, sondern konnten zusätzlich noch einen Arzt in Weiterbildung einstellen“, hob Mats Patermann, Regionalmager West der Ober Scharrer Gruppe zu Beginn des Besuchs hervor.

 

Im weiteren Gespräch mit dem örtlichen Augenarzt Herrn Dr. med. Majid Eftekharzadeh und Frau Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV, wurde über die Entwicklung der Versorgung in der Region, aber auch in ganz Deutschland gesprochen. Frau Stauch-Eckmann unterstrich, dass MVZ in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Versorgung in Stadt und Land zukommen wird. „Das Berufsbild der jungen Ärztinnen und Ärzte, der Wunsch nach mehr Kooperation, Vernetzung und Interdisziplinarität spielen dafür ebenso eine Rolle, wie der steigende Investitionsaufwand in Medizintechnik und hochqualifiziertes Personal.“, so Stauch-Eckmann. Es sei eine zukunftsweisende Entscheidung gewesen, das MVZ als weitere Organisationsform in der ambulanten Versorgung zu ermöglichen.

 

 

Nach dem Besuch ist sich die SPD-Bundestagsabgeordnete sich: „Es ist wichtig eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung in Stadt und Land sicherzustellen. MVZs leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Künftig wollen wir Sektorengrenzen überwinden und eine gute interdisziplinäre Kooperation ermöglichen bei denen das Patientenwohl im Vordergrund steht. Auch hier können und werden MVZs wichtige Partner im ambulanten Bereich sein.“

 



20. Mai 2021

Ambulante Versorgung braucht die Vielfalt der Trägerstrukturen

BBMV e.V. wendet sich in einem offenen Brief an den Vorstand der KV Bayern

 

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern hat sich mit einem Positionspapier zu medizinischen Versorgungszentren (MVZ) vom 5. Mai 2021 an politische Entscheidungsträger gewandt. In dem Papier werden erneut unbelegte Behauptungen, insbesondere gegen MVZ mit Kapitalbeteiligung, erhoben.

 

Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) e.V. äußert in einem Offene Brief an den Vorstand der KV Bayern sein Unverständnis und Enttäuschung über die im Positionspapier erneut vorgebrachten Behauptungen.

 

Dazu erklärt die BBMV-Vorsitzende Sibylle Stauch-Eckmann:

 

„Die erneuten Angriffe der KV Bayern gegen einen Teil ihrer eigenen Mitglieder kann ich nicht im Geringsten nachvollziehen. Unverständnis empfinde ich insbesondere für das konfrontative Auftreten. Die altbekannten Behauptungen in dem Positionspapier entbehren jeder Grundlage und werden auch durch sture Wiederholung nicht richtiger.

 

Es gibt 17 Jahre nach der Einführung der MVZ in die vertragsärztliche Versorgung keine Hinweise auf einen negativen Effekt durch MVZ mit Kapitalbeteiligung auf das ambulante Gesundheitswesen.

Im Gegenteil: MVZ mit Kapitalbeteiligung bieten große Vorteile bei der Lösung der anstehenden großen Herausforderungen im ambulanten Gesundheitswesen. Sei es bei der Digitalisierung, der flächendeckenden Versorgung, den Investitionen in moderne Medizintechnik, Praxisausstattung, der Qualifizierung von ärztlichem und nicht-ärztlichem Personal sowie einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Als BBMV sind wir enttäuscht, dass die KVB sich von ihrem Auftrag, die Interessen aller ihrer Mitglieder zu vertreten und für die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu sorgen, verabschiedet zu haben scheint. Die „Sonderausgabe MVZ“ des Mitgliedermagazin KVB Forum (Ausgabe 03/2021) und das nun vorliegende Positionspapier bestätigen uns in dieser Auffassung.

 

Dabei sind die anstehenden Herausforderungen zu groß, die Gesundheitsversorgung der Menschen in Bayern und Deutschland zu wichtig, um standespolitisch motivierte Diskussionen zu führen. Wir werden nur zu guten Lösungen kommen, wenn alle Organisations- und Trägerstrukturen mit einbezogen werden – vom niedergelassenen Arzt bis zum MVZ.

 

Wir stehen jederzeit für Gespräche über die Rolle von MVZ mit Kapitalbeteiligung in der ambulanten Gesundheitsversorgung bereit. Gern wollen wir über die besten Lösungen sprechen und auch streiten. Aber faktenbasiert und auf unser gemeinsames Ziel ausgerichtet: der bestmöglichen, flächendeckenden ambulanten Versorgung.“

 

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Offener Brief an die KVB
2021-05-20_Offener Brief des BBMV an die
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1. April 2021

BBMV gewinnt drei neue Mitglieder

Meine Radiologie, RAD-x und Sanoptis verstärken den BBMV e.V.

 

„Ein Jahr nach der Aufnahme unserer Arbeit, freuen wir uns, dass wir diesen April einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnten. Mit Meine Radiologie, RAD-x und Sanoptis verstärken gleich drei Unternehmen den Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) e.V. und unser Ziel, einer hochwertigen, flächendeckenden medizinischen Versorgung.“, so der BBMV-Geschäftsführer Gernot Nahrung.

 

Meine Radiologie Holding (MRH) bietet als stark wachsende Gruppe Radiologen, Nuklearmedizinern und Strahlentherapeuten professionelle und maßgeschneiderte Nachfolgelösungen im deutschsprachigen Raum. Als ärztlich geführte Gruppe versteht die MRH die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, Patienten und Zuweiser bestens. MRH investiert vorausschauend in die innovative Digitalisierung und Modernisierung ihrer Medizinischen Versorgungszentren, um sich auch in Zukunft als attraktiver Arbeitgeber zu etablieren sowie die bestmögliche medizinische Patientenversorgung zu ermöglichen.

 

RAD-x ist ein europäischer Betreiber medizinischer Einrichtungen mit Fokus auf diagnostischer Bildgebung im Rahmen eines partnerschaftlichen Führungsansatzes. Kernziel ist die nachhaltige Sicherstellung der medizinischen Versorgung mit dem Anspruch, den Patienten die bestmögliche Diagnostik durch technologische und organisatorische Exzellenz zu bieten und gleichzeitig einen Mehrwert für Mitarbeiter, Zuweiser und Kooperationspartner zu schaffen. RAD-x‘ übergeordnetes Anliegen ist es, jedem den Zugang zu optimaler Diagnostik – unabhängig von Ort und Zeit – zu ermöglichen.

 

 

Sanoptis ist ein Netzwerk führender Augenkliniken, -zentren und -praxen mit derzeit über 170 Standorten in Deutschland und der Schweiz. Sanoptis steht für Innovation, Partnerschaft und Nachhaltigkeit. Zusammen mit den ärztlichen Partnern in den Regionen wird das augenheilkundliche Leistungsspektrum kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt, um den Patienten stets innovative und qualitativ hochwertige Leistungen anbieten zu können. Ein weiteres Grundprinzip von Sanoptis ist der föderalistische Ansatz: Die regionalen Hubs behalten auch nach ihrem Beitritt zum Sanoptis Netzwerk eine hohe Autonomie nicht nur in medizinischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht, um dem Gedanken der regionalen und wohnortnahen Versorgung bestmöglich Rechnung zu tragen. Auf dieser Erfolgsbasis ist es Sanoptis gelungen, innerhalb weniger Jahre zu einem der grössten ophthalmologischen Player im deutschsprachigen Raum zu werden – mit paneuropäischen Wachstumsambitionen.



13. Januar 2021

BBMV begrüßt Empfehlungen des Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums

Das Bundesgesundheitsministerium hat kurz vor Weihnachten das mit Spannung erwartete Rechtsgutachten über „Stand und Weiterentwicklung der gesetzlichen Regelungen zu medizinischen Versorgungszentren (MVZ)“ vorgestellt.

Das von Herrn Prof. Dr. Andreas Ladurner, Frau Prof. Dr. Ute Walter und Frau Prof. Dr. Beate Jochimsen gemeinsam erstellte Gutachten betrachtet umfassend die Entwicklung und den status quo der medizinischen Versorgung durch MVZ in Deutschland. Zugleich machen die Gutachter konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens von MVZ.

 

 

„Als BBMV begrüßen wir die Ergebnisse und Vorschläge zur Weiterentwicklung des Rechtsrahmens für MVZ sehr und freuen uns über die wohltuende Sachlichkeit, mit der die Gutachter nüchtern und faktenbasiert die Entwicklung und den status quo der medizinischen Versorgung durch MVZ analysieren Die Empfehlungen an das Bundesgesundheitsministerium stammen aus der Betrachtung der Realität und stellen einen dringend benötigten Perspektivenwechsel, zu den ansonsten meist interessensgeleiteten Vorschlägen, in der Diskussion über die Zukunft der MVZ dar“, erklärt Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV.

 

Hervorzuheben ist vor allem, dass die Gutachter zu dem Ergebnis gelangen, dass die Behauptung, von MVZ mit Kapitalbeteiligung ginge eine Gefahr für die Patientenversorgung aus, sich nicht bestätigen lässt. „Diese Feststellung kommt selbstverständlich nicht überraschend. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine vom BBMV in Auftrag gegebene Untersuchung beim Institut für Gesundheitsökonomik, wonach die Trägerschaft unerheblich für die Versorgungsqualität und Mitarbeiterzufriedenheit im MVZ ist – wäre dem nicht so, dann ließe sich in den 17 Jahren seit Einführung der MVZ dies längst feststellen.“, so Stauch-Eckmann weiter.

 

Zu Recht raten die Gutachter daher vor weiteren regionalen und fachlichen Einschränkung der Gründungsmöglichkeiten von MVZ durch zugelassene Krankenhäuser ab. Bereits im Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im Jahr 2019 wurden diese Vorschläge mit Verweis auf die negativen Auswirkungen auf die Patientenversorgung und die Gefahr einer Bevorzugung bestimmter Krankenhausgruppen verworfen. „Damit sollte diese Diskussion in Zukunft vom Tisch sein und Platz für die zweckdienlichen Vorschläge machen, die die Gutachter vorlegen“, schlussfolgert Stauch-Eckmann.



Aufnahme des digitalen Polit-Talks mit Alexander Krauß, MdB und Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB
Aufnahme des digitalen Polit-Talks mit Alexander Krauß, MdB und Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB

16. Dezember 2020

Versorgungsqualität als Erfolgsfaktor

Digitale Veranstaltung des BBMV e.V.

Medizinische Versorgungszentren sind eine Erfolgsgeschichte. Seit der Einführung der MVZ hat sich die Zahl der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden MVZ rasant entwickelt. Wurden Ende 2014 erst 70 MVZ gezählt, waren es Ende des letzten Jahres bereits 3.539 MVZ.

 

Schätzungsweise rund 10 Prozent der MVZ sind in Trägerschaft von Betreibern, die zur Finanzierung auch auf private Kapitalgeber zurückgreifen. Trotzdem ist gerade um diese MVZ mit Kapitalbeteiligung eine kritische Diskussion entbrannt, die im Kern die alte Frage nach dem Verhältnis von Ökonomie und ärztlicher Tätigkeit neu belebt.

 

Dabei werden aus Teilen der Politik und der verfassten Ärzteschaft zahlreiche Sorgen und Vorwürfe gegenüber MVZ mit Kapitalbeteiligung geäußert, die sich beim näheren Hinsehen als unhaltbar oder unbegründet entpuppen. Häufig wird eine geringere Versorgungsqualität aufgrund der Trägerschaft unterstellt, ein höherer ökonomischer Druck und eine renditegetriebene Therapie - schwere Vorwürfe gegenüber den MVZ-Betreibern und den dort tätigen Ärztinnen und Ärzte.

 

„Als BBMV wollen wir unseren Beitrag zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen“, erklärte Sibylle-Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV e.V. die Beweggründe für die Veranstaltung.

Aus diesem Grund wurde das Institut für Gesundheitsökonomik (ifG) um Herrn Prof. Dr. Neubauer beauftragt, die Erfolgsfaktoren von MVZ mit Kapitalbeteiligung in einem Gutachten zu untersuchen. Dabei haben Herr Prof. Neubauer und sein Team zum ersten Mal auch den Blick von Ärztinnen und Ärzten, sowie medizinischem Fachpersonal in MVZ mit Kapitalbeteiligung in ihre Untersuchung einbezogen und sie u.a. zu ihren Einschätzungen zur Freiberuflichkeit, des ökonomischen Drucks und der medizinischen Versorgungsqualität befragt.

 

Die Ergebnisse rücken die gängigen Behauptungen im Zusammenhang mit privaten Investoren im ambulanten Gesundheitssektor in ein neues Licht und öffnen die Sicht auf die Rolle von MVZ mit Kapitalbeteiligung für eine hochwertige, langfristige und flächendeckende Patientenversorgung.

Die Erfolgsgeschichte MVZ beruht dabei auch auf der Attraktivität als Arbeitgeber für Ärztinnen und Ärzte. Vor allem für junge Ärztinnen und Ärzte haben die tradierten Niederlassungsstrukturen an Attraktivität verloren. MVZ entlasten Ärztinnen und Ärzte von administrativen Aufgaben, dem Investitionsrisiko der Selbstständigkeit und bieten geregelte Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

 

Bericht aus der Praxis

Aber auch bei der immer öfter erfolglosen Suche nach einem Praxisnachfolger sind MVZ häufig das Auffangnetz, die die Praxen übernehmen und die Patientenversorgung langfristig sichern.

Wie eine solche Einbringung einer Praxis in eine MVZ-Gruppe abläuft, das berichtete Frau Dr. Susanne Gerhards, die aus ihrer Praxis in Essen zur Diskussion dazu geschaltet war. Seit dem 1. April 2020 ist die Praxis nun Teil der Medicover. Zuvor hat Frau Dr. Gerhards als niedergelassene Ärztin gemeinsam mit ihrem Kollegen 19 Jahre eine Gemeinschaftspraxis für Endokrinologie und Innere Medizin geführt. Mit dem nahenden Ruhestand des Kollegen begann die Suche nach einem Nachfolger. Nach 3-4 Jahren erfolgloser Suche, gingen die Ärzte auf das BBMV-Mitglied Medicover zu, insbesondere aufgrund des ausgezeichneten Rufes. 

 

An der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten hat sich nichts geändert, so Frau Dr. Gerhards. Lediglich das Schild an der Tür habe sich verändert. Dort ist nun „Zweigpraxis Essen / MVZ Medicover Köln“ zu lesen.

Eine Veränderung zum positiven sei aber bei der Entlastung administrativer Aufgaben und auch bei IT-Fragen zu spüren. Als die Praxis mitten in der Corona-Pandemie Teil der Medicover wurde, sei wenige Tage später schon die Spuckschutzwände aus Plexiglas eingetroffen. Einen höheren ökonomischen Druck verspüre sie nicht, immerhin sei sie als niedergelassene Ärztin auch Unternehmerin gewesen und hätte darauf achten müssen, dass sich die Praxis rechnet. Daran hat sich nach ihrem Dafürhalten nichts geändert.

Mit dieser Einschätzung ist Frau Dr. Gerhards nicht allein. Wie Prof. Dr. Neubauer bei der Präsentation der Ärztebefragung darstellte, gaben fast 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzte an, dass der ökonomische Druck in der selbstständigen Niederlassung größer sei, als bei der Anstellung im MVZ.

 

Besonders positiv bewerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung auch die ausüben des Arztberufes. So sieht eine Mehrheit sowohl die Therapiefreiheit besser im MVZ gesichert, als auch die Möglichkeit den eigenen Qualitätsanspruch zu verwirklichen. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt ebenfalls an, im MVZ sei mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten gegeben, als in der Einzelpraxis.

 

Aber nicht nur für Ärztinnen und Ärzte sind MVZ attraktiv, sondern auch für Patientinnen und Patienten. MVZ mit Kapitalbeteiligung investieren in hochqualifiziertes Personal, moderne Praxisausstattung und eine effiziente Verwaltung im Hintergrund. Das zahlt sich auch für die Patientinnen und Patienten aus: geringere Wartezeiten und eine bessere Ausstattung sorgt für eine hohe Patientenzufriedenheit, so das Fazit von Prof. Dr. Neubauer.

 

Politik-Talk

Den Politik-Talk eröffneten die Bundestagsabgeordneten Alexander Krauß (CDU/CSU) und Dr.Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis90/Die Grünen) mit jeweils einem Statement.

Frau Dr. Kappert-Gonther zeigte sich als Fan der MVZ, vor allem wegen der Möglichkeit der fachübergreifenden Zusammenarbeit. Auch im ländlichen Raum hätten MVZ ein hohes Potential und seien daher ein fester Bestandteil beim Modell der Gesundheitsregionen von Bündnis90/Die Grünen.

Kritisch sah die Abgeordnete jedoch die Möglichkeit von Marktkonzentration. Sie setze sich für Trägervielfalt ein, dass bedeute aber auch, dass lokal verankerte Akteure gefördert werden müssen und nicht verdrängt werden dürften. Weiterhin setze sie sich für einen Abbau der Hindernisse für arztgetragene MVZ ein, etwa bei der Frage der Nachbesetzung.

Beim Thema Transparenz müsse gelten, dass diese absolut notwendig sei, aber nicht nur für eine Trägergruppe, sondern für alle MVZ. Damit grenzte sie sich von der Bundestagsfraktion der Linken ab, die einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht hatte.

 

Alexander Krauß von der Bundestagsfraktion der CDU/CSU begann seinen Impuls mit der Aussage, er freue sich über jeden Arzt, der sich niederlassen möchte – vor allem auch, weil dieser ein nicht unerhebliches Zeitvolumen in die Arbeit mitbringt. Die Realität sei aber zunehmend ein höherer Wunsch nach Work-Life Balance, die auch dazu führe, dass junge Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf lieber in einem Anstellungsverhältnis ausüben möchten. Diesen Wunsch müsse man akzeptieren und entsprechend handeln.

Bei der Diskussion um MVZ mit Kapitalbeteiligung könne er nicht feststellen, dass die Versorgungsqualität von der Trägerschaft abhänge, so Krauß. Im Gegenteil, sei es häufig so, dass bei privaten Einrichtungen bestimmte Prozesse optimaler ausgestaltet seien.

Die Diskussion sei auch stark interessengeleitet, um sich gegen die unliebsame Konkurrenz der MVZ mit Kapitalbeteiligung auf dem Gesundheitsmarkt durchzusetzen. Dabei werde gerne mit dem Bild des „bösen Kapitals“ gespielt. Beim Thema Monopolisierung müsse man genau hinsehen, diese seien nicht zu dulden. Bislang sehe er aber bei MVZ mit Kapitalbeteiligung diese noch nicht. In seinem Schlusswort rief der CDU-Abgeordnete zu mehr Rationalität in der Diskussion auf. Deswegen sei die vorliegende Untersuchung, insbesondere die Aufnahme der Erfahrung von Ärztinnen und Ärzten, auch wichtig.

 

Abschluss

Ihr sei klar, dass die Untersuchung des IfG nur ein erster Schritt sei und die Stichprobe der Befragung größer werden müsse, um ein breites repräsentatives Bild zu zeichnen. Hier sieht die BBMV-Vorsitzende einen Anknüpfungspunkt für die regelmäßigen Datenerhebungen der KBV, insbesondere beim ZI-MVZ-Panel.

Der ordnungspolitische Diskurs müsse am Ende vor allem den Patientinnen und Patienten dienen. Die Diskussion dürfe daher nicht stigmatisieren, sondern den Patientinnen und Patienten helfen, den für sie richtigen und geeigneten Arzt zu finden.

Die Zukunft der ambulanten Versorgung benötigt alle – vom niedergelassenen Arzt in der Einzelpraxis bis hin zur MVZ-Gruppe – nur gemeinsam lassen sich die anstehenden Veränderungen und Herausforderungen meistern, so die BBMV-Vorsitze zum Abschluss der Veranstaltung.

 

 

 

Das Gutachten können Sie auf unsere Homepage unter https://www.bbmv.de/positionen/ downloaden.



16. September 2020

BBMV Mitgliederversammlung wählt Dr. Kristian Koch zum 2. Stellvertretenden Vorsitzenden

Auf der 3. Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren wurde Dr. Kristian Koch einstimmig zum zweiten Stellvertretenden Vorsitzenden des BBMV gewählt.

 

Dr. Kristian Koch ist Strategy and New Business Director bei der Medicover Gruppe. Er ist Diplom-Volkswirt und promovierte an der Universität Mannheim zu Integrierten Versorgungsformen in der GKV. Er ist seit 2004 in verschiedenen Funktionen im Gesundheitswesen auf Industrie-, Dienstleister- und Leistungserbringerseite tätig. Im Vorstand bringt er die Perspektive von Medicover als ambulanten Versorger mit einem breiten Spektrum an Fachrichtungen sowie den internationalen Blickwinkel bezüglich der Vielfalt möglicher Versorgungsstrukturen ein.  



20. August 2020

Versorgungsqualität in den Fokus rücken

Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel zu Besuch im MVZ OSG Düsseldorf

Im Rahmen der Sommertour des BBMV e.V. besuchte die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel das MVZ Augenzentrum Düsseldorf des BBMV-Mitglieds Ober Scharrer Gruppe GmbH.

 

Neben einer Besichtigung des MVZ, inklusive des OP-Bereichs, lag der Fokus des Gesprächs mit Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV e.V. auf der Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität und wie die ärztliche Unabhängigkeit in medizinischen Fragen dazu beiträgt. Der Ärztliche Leiter des MVZ Düsseldorf der OSG, Herr Dr. med. Elmar Winsauer erklärte den Arbeitsalltag im MVZ und welche Vorteile er für sich und allgemein für junge Ärztinnen und Ärzte sieht.

 

In der politischen Diskussion zur Zukunft der ambulanten Gesundheitsversorgung geht es zu selten um die konkrete Versorgungsqualität. Dabei muss gerade diese die wichtigste Leitlinie für alle Teilnehmer an der vertragsärztlichen Versorgung sein.

 

Die BBMV-Vorsitzende legte dar, dass alle Mitglieder des BBMV e.V. viel Wert auf hohe Qualitätsstandards, der Einhaltung strenger Compliance-Regeln und die Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfeldes für die angestellten Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal legen. Denn nur eine hohe Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit führt zu einem langfristigen und erfolgreichen Geschäftsmodell.



Medicover
Hauer

12. August 2020

Langfristige Versorgungssicherheit durch Praxisübernahme

Essener-Bundestagsabgeordnete zu Besuch in der endokrinologischen Praxis des BBMV-Mitglieds Medicover in Essen

Der demografische Wandel macht auch vor der Ärzteschaft nicht halt. Fast ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung sind über 60 Jahre. Damit stellt sich früher als später die Frage nach der Praxisnachfolge.

 

Dabei bleibt die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger häufig ohne Erfolg. Wesentlicher Grund sind die gewandelten Erwartungen der jungen Ärzteschaft an die ärztliche Berufsausübung. Eine freiberufliche Tätigkeit als niedergelassener Arzt erscheint vielen wenig attraktiv: hohe bürokratische Auflagen, Dokumentationspflichten und nicht-ärztliche Tätigkeiten und eine schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Frage nach der Finanzierung der Übernahme spielt eine Rolle, insbesondere bei größeren Praxiseinheiten.

 

MVZ können die drohende Lücke in der ambulanten Versorgung schließen und Kontinuität sicherstellen. Sie übernehmen (auch größere) Praxen, die keinen Nachfolger finden, investieren in moderne Ausstattung und Medizintechnik und betreiben die Praxis mit angestellten Ärzten weiter.

 

Wie sich eine solche Übernahme in der Praxis gestaltet, darüber konnten sich die Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut, MdB und Matthias Hauer, MdB bei einem Besuch der endokrinologischen Praxis in Essen ein Bild machen.

 

Die Praxis von Herrn Dr. med. Lederbogen und Frau Dr. med. Gerhards ist erst seit April 2020 Teil der Medicover-Familie. Dem war eine zweijährige Suche nach einem Nachfolger ohne Erfolg zuvor gegangen. Man habe sich lange bezüglich einer Nachfolgeregelung umgehört. Der gute Ruf von Medicover und die Entlastung von nicht-ärztlichen Tätigkeiten haben letztendlich den Ausschlag gegeben.

 

Mit der Übernahme habe sich im Alltag der Praxis und bei der Arbeit mit den Patientinnen und Patienten nichts geändert. Die Vorzüge, Teil eines größeren Netzwerkes zu sein und auf bestehende Strukturen zurückgreifen zu können, sind laut Dr. Lederbogen aber sofort deutlich geworden.

 

 „Wir sind Anfang April Teil der Medicover geworden. Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht ganz trocken, da haben wir von Medicover bereits eine Corona-Schutzwand aus Plexiglas für den Empfang der Praxis erhalten. Auch in anderen Bereichen ist es sehr entlastend, auf etablierte Strukturen zurückgreifen zu können, sei es bei den immer höheren Anforderungen im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit, Infektionsschutz oder Personalmanagement.“, legte Dr. Lederbogen die Motivation für den Verkauf der Praxis an Medicover da. Man könne sich nun ganz den Patientinnen und Patienten widmen. Diese bekommen von dem Inhaberwechsel gar nichts mit, gleiche Gesichter, gleiche Lage - nur das neue Klingelschild ist der ein oder anderen aufgefallen.

 

Um die Nachfolgeproblematik allerdings langfristig zu lösen, muss grundsätzlich etwas bei der Nachwuchsgewinnung und vor allem der Weiterbildung passieren. Dieses deutliche Petitum formulierte Dr. Bernard Frieling, Kaufmännischer Leiter der Medicover in den Gesprächen mit dem Bundestagsabgeordneten. Die Ausbildung bestimmter Fachgruppen müsse aus dem Krankenhaus in den ambulanten Bereich überführt werden, wo die jungen Ärztinnen und Ärzte danach auch tatsächlich arbeiten würden. Dazu muss aber die Möglichkeit der Ausbildung im ambulanten Bereich vereinfacht, Genehmigungen durch die Ärztekammern schneller bewilligt und die Vergütung entsprechend angepasst werden. Gerade größere Strukturen wie MVZ-Gruppen leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses und tragen so auch zur Stabilität der Gesundheitsversorgung bei.



29. Juli 2020

Ländliche Versorgung braucht Trägervielfalt

BBMV setzt Gespräche mit Bundestagsabgeordneten in Aalen fort

Zu einem Gespräch über die Herausforderungen der ambulanten Gesundheitsversorgung in Deutschland und der Region traf sich die Vorsitzende des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV), Sibylle Stauch-Eckmann, am Mittwoch den 29. Juli 2020 im augenärztlichen MVZ der Ober Scharrer Gruppe mit den Bundestagsabgeordneten der Region Aalen-Heidenheim, Frau Leni Breymaier, MdB und Herrn Roderich Kiesewetter, MdB.

 

In beiden Gesprächen stand der Beitrag, den MVZ bei der haus- und fachärztlichen Versorgung in ländlichen Räumen leisten können im Mittelpunkt. Das Modell des niedergelassenen Arztes verliert bei jungen Ärztinnen und Ärzten zusehends an Attraktivität. MVZ schaffen mit Rotations- und Teilzeitmodellen sowie Aus- und Weiterbildungsprogrammen attraktive Optionen, dank denen es gelingt – trotz immer längerer Zeiten des Suchens – ärztliches Fachpersonal für die ländliche Versorgung zu gewinnen.

 

Zukünftig werden digitale Konzepte einen deutlich höheren Stellenwert bei der Versorgung in ländlichen Regionen einnehmen. Dank App lassen sich heute beispielsweise in der Augenheilkunde oder Dermatologie erste Untersuchungen digital durchführen. Dieser Weg muss von Seiten der Politik und der Selbstverwaltung aktiv gestützt werden statt auf die Bremse zu treten. Dazu gehört auch eine angemessene Vergütung solcher digitalen Gesundheitsleistungen.

 

In beiden Fällen tragen MVZ-Betreiber mit Kapitalbeteiligung zur einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. In den Gesprächen machte Frau Stauch-Eckmann auch deutlich, dass nur ein langfristig auf das Patientenwohl ausgelegtes Geschäftsmodell erfolgreich sein kann. Vorwürfe eines renditegetriebenen Geschäftsmodells gehen in der haus- und fachärztlichen Versorgung an der Realität vorbei.

 

Wichtig, so die Vorsitzende des BBMV, seien deswegen klare Regeln für alle Teilnehmer an der vertragsärztlichen Versorgung und eine stärkere Fokussierung auf die Versorgungsqualität. Hier können fachärztliche MVZ durch die Spezialisierung der angestellten Ärztinnen und Ärzte eine qualitative hochwertige und gleichzeitig breitgefächerte Versorgung anbieten. 



Frau Stauch-Eckmann im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Weiler

14. Juli 2020

Fachärztliche Versorgung auf dem Land durch MVZ

Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Albert H. Weiler in Rudolstadt

Die Sicherung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist eine der großen Zukunftsherausforderungen in Deutschland. Wenn ein Arzt in den Ruhestand geht, findet er viel zu oft keine Nachfolgerin oder Nachfolger und eine Praxisschließung droht.

 

Eine Möglichkeit die fachärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern sind Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Davon machte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler auf Einladung des Bundesverbandes der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) bei einem Besuch in Rudolstadt persönlich ein Bild.

 

„In der Politik ist das Problem des Ärztemangels schon seit langem bekannt, aber für meinen Geschmack passiert hier zu wenig. Wir brauchen mehr und bessere Anreize, um junge Ärztinnen und Ärzte davon zu überzeugen, dass es keinen Karriereknick bedeutet aufs Land zu ziehen. Hier müssen wir auch neue Modelle ausprobieren und fördern, wo diese gut funktionieren.“

 

Die Praxis in Rudolstadt gehört zu einem MVZ mit Hauptsitz in Münchberg und wird von der Ober Scharrer Gruppe (OSG) betrieben. Das Konzept dahinter erklärt die Vorsitzende des BBMV und Geschäftsführerin der OSG, Sibylle Stauch-Eckmann beim Gespräch:

 

Wir haben die Praxis vor einigen Jahren übernommen, weil sich kein Nachfolger gefunden hatte. Wir arbeiten deswegen unter anderem gerne im Rotationssystem. Man muss ich unser MVZ wie ein kleines Netzwerk vorstellen: In Münchberg haben wir den Hauptsitz mit insgesamt 9 Ärztinnen und Ärzten. Daneben betreiben wir kleinere, konservative Praxen in Schleiz, Bad Steben, Wunsiedel, Marktredwitz und eben Rudolstadt, wo wir auch ambulante Operationen durchführen. Wenn jemand in Rudolstadt zum Beispiel am Grauen Star operiert werden muss, dann ist dies durch unsere Ärzte auch Vorort möglich. Dadurch entfallen lange Anfahrtszeiten für die Patienten und trotzdem ist gesichert, dass ein spezialisierter Facharzt mit dem nötigen Wissen, Können und vor allem auch Routine die Operation durchführt.

 

Aber selbst bei einem solchen Modell sei es nicht immer einfach junge Fachärztinnen und –ärzte zu finden. Zwar ist die Arbeit als angestellt Beschäftigte in einem MVZ generell für viele Ärztinnen und Ärzte attraktiv. Dort können sie sich ganz auf die medizinische Tätigkeit konzentrieren und werden von einer gut organisierten Verwaltung im Hintergrund von bürokratischen Lasten befreit. Trotzdem müssen gerade in ländlichen Raum die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur stimmen:

Die Zukunft des Arztberufs ist viel digitaler als es sich heute die meisten vorstellen können. Als Ober Scharrer Gruppe haben wir bereits Pilotprojekte, bei denen per Videokonferenz und Smartphone bestimmte Augenuntersuchungen aus der Ferne besprochen werden können. Das geht aber natürlich nur dann, wenn sowohl beim Patienten, als auch in der Praxis der entsprechende Internetzugang gesichert ist.“, so Stauch-Eckmann.