Ärztinnen und Ärzte sehen überdurchschnittliche Qualität der Versorgung in MVZ

Angestellte Ärztinnen und Ärzte in medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit Kapitalbeteiligung bewerten zu 67 Prozent die Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten in ihrem MVZ als überdurchschnittlich. Das ergibt eine Online-Befragung von 180 Ärztinnen und Ärzten des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) für den Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e. V. (BBMV). Demnach sehen die Befragten viele Vorteile gegenüber der Tätigkeit in einer inhabergeführten Praxis – für sich und die Patientinnen und Patienten. Der Studie zufolge sind die angestellten Ärztinnen und Ärzte hoch zufrieden mit ihrer Tätigkeit, was zu einer hohen Arbeitsmotivation führt. Von der Arbeitsorganisation ohne administrative Aufgaben profitieren auch die Patientinnen und Patienten: Rund 59 Prozent der Befragten geben an, dass sie jetzt mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben als in einer selbständigen Praxis, 30 Prozent der Teilnehmenden sprechen von einer Verbesserung der Versorgung im Vergleich zur vorherigen Tätigkeit. „Die Befragung belegt, dass sich MVZ auch in Trägerschaft Privater Kapitalgeber ausgesprochen positiv auf die ärztliche Tätigkeit auswirken, was letztlich vor allem den Patientinnen und Patienten nutzt“, sagt Sibylle Stauch-Eckmann, Vorsitzende des BBMV. „Dies unterstreicht, dass die Ärztinnen und Ärzte mit diesen MVZ-Gesellschaften eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung anbieten“, so Stauch-Eckmann. 

 

Bessere Teamarbeit und fachlicher Austausch in MVZ

Medizinische Versorgungszentren spielen eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem: Seit der Etablierung von MVZ in Deutschland im Jahr 2004 hat sich deren Zahl laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bis Ende 2020 rasch auf 3.846 erhöht. Die Studie des IfG ergibt, dass MVZ vor allem für junge Ärztinnen und Ärzte sehr attraktiv sind. Die befragten Ärztinnen und Ärzte in MVZ mit Kapitalbeteiligung geben als Gründe für ihre Tätigkeit dort die Möglichkeit zur Arbeit im Team und den fachlichen Austausch an (54 %), dies trifft insbesondere auf die Befragten bis 55 Jahre zu (57 %), auch unter den Frauen ist dieser Anteil besonders hoch (67 %). Als weitere Gründe für eine Anstellung in einem MVZ werden „kein Investitionsrisiko“ (52 %) und „geregelte Arbeitszeiten“ (48 %) genannt. Auch diese beiden Gründe waren für die bis 55-Jährigen wichtiger als für die älteren. Im Unterschied zu inhabergeführten Einzelpraxen, in denen selbständige Ärztinnen und Ärzte auch die betriebswirtschaftliche Verantwortung tragen, sind Ärztinnen und Ärzte in MVZ angestellt und damit frei von unternehmerischen Tätigkeiten. Die ärztliche Leitung in MVZ sowie alle angestellten Ärztinnen und Ärzte sind in ihrer Arbeit weisungsfrei.

 

Hohe Zufriedenheit mit Tätigkeit und Arbeitsumfeld in MVZ

Die deutlich überwiegende Mehrheit der Befragten ist mit der ärztlichen Tätigkeit im MVZ zufrieden (76 %). Auch ihre Work-Life-Balance schätzt die überwiegende Zahl der Ärztinnen und Ärzte als gut ein (71 %). Auch bei den Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten überwiegt die Zufriedenheit (58 %). Mit der technischen Ausstattung der MVZ ist die deutlich überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden an der Studie zufrieden (75 %), das sagen insbesondere die vorher in einer selbständigen Niederlassung Tätigen (81 %). „Wir sehen seit Jahren, dass immer mehr Patientinnen und Patienten die MVZ unserer BBMV-Mitglieder aufsuchen und sich dort bestens behandelt und gut aufgehoben fühlen. Neben der modernen Medizintechnik und Ausstattung ist dafür vor allem die hervorragende medizinische Arbeit und die hohe Motivation der Ärztinnen und Ärzte in einem sehr guten Arbeitsumfeld ausschlaggebend“, sagt die BBMV-Vorsitzende Stauch-Eckmann.

 

Frei von Bürokratie 
Bei der von den Ärztinnen und Ärzten insgesamt (67 %) als überdurchschnittlich bewerteten Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten in den MVZ mit Kapitalbeteiligung ist besonders ein Vergleich interessant: 78 Prozent der zuvor in einer selbständigen Niederlassung Tätigen schätzen die Qualität im MVZ als überdurchschnittlich ein. Dies widerspricht Vorwürfen, dass in MVZ mit Kapitalbeteiligung die Versorgungsqualität aus ökonomischen Gründen schlechter sei. Außerdem bewerten die Teilnehmenden die Chancen, den ärztlichen Qualitätsanspruch zu verwirklichen, in den MVZ als besser gegenüber Einzelpraxen (60 %). „Die Zahlen zur Behandlungszeit und zur Versorgungsqualität zeigen ganz klar: Dadurch dass die Ärztinnen und Ärzte in den MVZ unserer Mitglieder von unternehmerischen, bürokratischen und organisatorischen Aufgaben weitestgehend befreit sind, können sie sich besser ihrer eigentlichen Aufgabe widmen – der Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten“, sagt die BBMV-Vorsitzende Stauch-Eckmann.

 

Über die Studie
Die Studie „MVZ mit Kapitalbeteiligung im Meinungsbild der dort beschäftigten Ärztinnen und Ärzte: Ergebnisse einer Befragung aus dem Jahr 2022“ haben Prof. Dr. Günter Neubauer, Dr. Christof Minartz, Christina Niedermeier, M.P.H., und Sabine Radeck-Knorre, MA, vom Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) München für den Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e. V. (BBMV) erstellt. Dazu wurden im zweiten Quartal 2022 online 180 Ärztinnen und Ärzte von BBMV-Mitglieds-MVZ anonym befragt. Die Studie finden Sie hier: https://www.bbmv.de/positionen/meinungsbild/

 

Über den BBMV

 

Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren e.V. setzt sich für eine breite Trägervielfalt und die bestmögliche Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten im ambulanten Gesundheitssektor ein. Die Mitglieder betreiben bundesweit Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Zweigpraxen und tragen so zur wohnortnahen haus- und fachärztlichen Versorgung bei. Um diese Investitionen in die Qualität der Gesundheitsversorgung tätigen zu können, greifen sie auf private Kapitalpartner zurück.