Dr. Schayan-Araghi: "Moratorium für MVZ-Gründungen Ausdruck der Ratlosigkeit"

Am 3. Versorgungsforschungstag der KV Hamburg forderte der Vorsitzende, Walter Plassmann, eine Auszeit für die Gründung von MVZ durch Krankenhäuser. Diese Forderung ist ein Ausdruck der Ratlosigkeit mit Blick auf die Sicherstellung der Versorgung und entstammt einer Mentalität der Besitzstandswahrung der KV.

 

 „MVZ sind seit 17 Jahren Teil der vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland. Ohne MVZ lässt sich in vielen Regionen und Fachgruppen die ambulante Versorgung nicht mehr denken. Wir brauchen alle Praxisformen, wenn wir auch in Zukunft eine wohnortnahe, hochqualitative Versorgung für die Menschen erhalten wollen. Daher erscheint es heuchlerisch, den Ruf nach einem Moratorium auch noch als Maßnahme zur Sicherstellung der Versorgungsqualität zu verkaufen.“, so Dr. Schayan-Araghi, stellvertretender Vorsitzender des BBMV e.V.

 

Plassmann begründet die Forderung eines Moratoriums für MVZ-Gründungen durch Krankenhäuser mit dem damit einhergehenden Wandel der Zusammensetzung der KV. „Ginge dieser Trend weiter“, so der Vorsitzende der KV Hamburg, „so bestünden die Mitglieder einer KV im Wesentlichen aus angestellten Ärzten und Psychotherapeuten.“

 

„Das zeigt deutlich, wovor sich Herr Plassmann wirklich fürchtet: Veränderungen der Zusammensetzung der KV und ein befürchteter Machtverlust der Vorstände gegenüber den Mitgliedern der KV. Nach dem Herr Plassmann einräumen musste, dass es keine Beweise – oder wie er sagte, es keine ‚smoking gun‘ – für die Behauptung, MVZ würden die Versorgung gefährden, existiert, ist dies nun offensichtlich der nächste Versuch, die eigenen Pfründe zu sichern statt die Versorgung der Bevölkerung in den Fokus zu stellen“, schlussfolgert Dr. Schayan-Araghi.

 

Der 3. Versorgungsforschungstag der KV Hamburg stand unter dem Titel „MVZ – Der Vertragsarzt im Haifischbecken?“. Nach Selbstbeschreibung der KVHH sollten die Auswirkungen der Einführung der MVZ in die vertragsärztliche Versorgung auf Patienten, Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, auf Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung diskutiert werden.

Aus dem BBMV-Mitgliedsunternehmen Artemis Augenkliniken nahm Herr Markus März teil, der in einem interessanten und faktenbasierten Vortrag zum Thema „Private Equity im Gesundheitswesen“ mit vielen in der Veranstaltungsbeschreibung implizierten Vorwürfen aufräumte.

 

Eine Videoaufzeichnung des Vortrags von Herr März und Herrn Plassmann, sowie der gesamten Tagung finden Sie auf dem YouTube-Kanal der KV Hamburg

 

 


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