"Den gesellschaftlichen Wandel spüren wir auch in der Augenheilkunde"

Stellv. Vorsitzender des BBMV im fachlichen Austausch – Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren
Dr. Kaweh Schayan (stellv. Vorsitzender BBMV)) im Gespräch mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB und Dr. Lutz Bauer, ärztl. Leiter des MVZ

Bremer Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Kappert-Gonther (B90/Grüne) besichtigt AugenZentrumBauer in Bremen-Horn.

 

Der medizinische Fortschritt in der Augenheilkunde und die Arbeitsweise in einem augenärztlichen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) standen im Fokus des Besuches der Bundestagsabgeordneten und Grünen-Gesundheitsexpertin Dr. Kirsten Kappert-Gonther im AugenZentrumBauer in der Leher Heerstraße.

 

Auf vier Etagen dreht sich im AugenZentrumBauer alles um das menschliche Auge. Insgesamt 8 Augenärztinnen und Ärzte kümmern sich von der konventionellen Augenheilkunde bis hin zur ambulanten Operation um die Patientinnen und Patienten.

Das AugenZentrumBauer ist Teil der Artemis Augenkliniken, ein bundesweiter Betreiber Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) in der Augenheilkunde. MVZ sind eine vergleichsweise neue Praxisform. „Der größte Unterschied zu einer Einzelpraxis ist die Arbeitsteilung in einem MVZ“, erklärt Dr. Kaweh Schayan-Araghi, Direktor und Gründer der Artemis Augenkliniken. „Unsere Ärztinnen und Ärzte sind in der Regel angestellt tätig, werden von der zunehmenden Bürokratie von Verwaltungsmitarbeiterinnen befreit und können sich so auf die medizinische Arbeit an den Patientinnen und Patienten konzentrieren.“

Das MVZ in Zukunft eine wichtige Rolle in der ambulanten Gesundheitsversorgung spielen werden, ist sich auch Dr. Kappert-Gonther sicher.

 

Das MVZ entspricht damit auch den gewandelten Erwartungen an den Arztberuf der jüngeren Generation. Der Wunsch nach mehr work-life balance ist in der Generation hoch. Aber auch zunehmende Bürokratie und hohe Investitionskosten schrecken junge Ärztinnen und Ärzte davon ab, sich mit einer Praxis selbstständig zu machen.

 

„Den gesellschaftlichen Wandel, zum Beispiel den Wunsch nach besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den spüren wir auch in der Augenheilkunde“, so Dr. Lutz Bauer. „In Summe führt das aber dazu, dass die Nachfolgesuche mit Blick auf den Ruhestand sehr schwierig war, vor allem für größere Gemeinschaftspraxen wie die unsere.“

MVZ-Gruppen springen in solchen Fällen häufig ein. Sie übernehmen die Praxis und sichern die Versorgung, in dem sie Ärztinnen und Ärzte vor Ort einstellen. Zur Finanzierung der Investitionen, die bei Übernahme nicht selten mehrere hunderttausenden Euros betragen, greifen MVZ-Gruppen wie Artemis Augenkliniken auf private Kapitalgeber zurück.

 

„Wichtig ist, dass unabhängig von Trägerschaft und Finanzierung die Versorgung der Patientinnen und Patienten an erster Stelle steht“, so die Bundestagsabgeordnete Dr. Kappert-Gonther.