Ambulante Versorgung braucht die Vielfalt der Trägerstrukturen

BBMV e.V. wendet sich in einem offenen Brief an den Vorstand der KV Bayern

 

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern hat sich mit einem Positionspapier zu medizinischen Versorgungszentren (MVZ) vom 5. Mai 2021 an politische Entscheidungsträger gewandt. In dem Papier werden erneut unbelegte Behauptungen, insbesondere gegen MVZ mit Kapitalbeteiligung, erhoben.

 

Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) e.V. äußert in einem Offene Brief an den Vorstand der KV Bayern sein Unverständnis und Enttäuschung über die im Positionspapier erneut vorgebrachten Behauptungen.

 

Dazu erklärt die BBMV-Vorsitzende Sibylle Stauch-Eckmann:

 

„Die erneuten Angriffe der KV Bayern gegen einen Teil ihrer eigenen Mitglieder kann ich nicht im Geringsten nachvollziehen. Unverständnis empfinde ich insbesondere für das konfrontative Auftreten. Die altbekannten Behauptungen in dem Positionspapier entbehren jeder Grundlage und werden auch durch sture Wiederholung nicht richtiger.

 

Es gibt 17 Jahre nach der Einführung der MVZ in die vertragsärztliche Versorgung keine Hinweise auf einen negativen Effekt durch MVZ mit Kapitalbeteiligung auf das ambulante Gesundheitswesen.

Im Gegenteil: MVZ mit Kapitalbeteiligung bieten große Vorteile bei der Lösung der anstehenden großen Herausforderungen im ambulanten Gesundheitswesen. Sei es bei der Digitalisierung, der flächendeckenden Versorgung, den Investitionen in moderne Medizintechnik, Praxisausstattung, der Qualifizierung von ärztlichem und nicht-ärztlichem Personal sowie einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Als BBMV sind wir enttäuscht, dass die KVB sich von ihrem Auftrag, die Interessen aller ihrer Mitglieder zu vertreten und für die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu sorgen, verabschiedet zu haben scheint. Die „Sonderausgabe MVZ“ des Mitgliedermagazin KVB Forum (Ausgabe 03/2021) und das nun vorliegende Positionspapier bestätigen uns in dieser Auffassung.

 

Dabei sind die anstehenden Herausforderungen zu groß, die Gesundheitsversorgung der Menschen in Bayern und Deutschland zu wichtig, um standespolitisch motivierte Diskussionen zu führen. Wir werden nur zu guten Lösungen kommen, wenn alle Organisations- und Trägerstrukturen mit einbezogen werden – vom niedergelassenen Arzt bis zum MVZ.

 

Wir stehen jederzeit für Gespräche über die Rolle von MVZ mit Kapitalbeteiligung in der ambulanten Gesundheitsversorgung bereit. Gern wollen wir über die besten Lösungen sprechen und auch streiten. Aber faktenbasiert und auf unser gemeinsames Ziel ausgerichtet: der bestmöglichen, flächendeckenden ambulanten Versorgung.“

Offener Brief an die KVB
2021-05-20_Offener Brief des BBMV an die
Adobe Acrobat Dokument 268.5 KB